Lipohypertrophien: die häufige Komplikation in der Insulintherapie.

Unter Lipohypertrophien versteht man gutartige Fettgewebswucherungen im Unterhautfettgewebe, die als Schwellung oder Verhärtung fühlbar sind. Lipohypertrophien bilden sich im Verlauf einer Insulintherapie etwa bei jedem dritten Menschen. Für viele Betroffene sind die Fettgewebswucherungen hauptsächlich ein kosmetisches Problem – das eigentliche Risiko der Lipohypertrophien wird dabei jedoch übersehen.

 

Blutzuckerschwankungen möglich

In einer von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) vorgestellten Untersuchung1 wurden die Zusammenhänge zwischen Injektionsgewohnheiten, Blutzuckerschwankungen und der Häufigkeit gutartiger Wucherungen des Unterhautfettgewebes bei der Insulintherapie untersucht. Das Ergebnis: 35 % der befragten Menschen mit Diabetes berichteten über Schwellungen, Verdickungen oder kleine Verhärtungen an den Einstichstellen innerhalb der letzten 12 Monate. Zudem konnte in der Untersuchung festgestellt werden, dass bei Menschen mit Lipohypertrophien signifikant häufiger unerklärliche Blutzuckerschwankungen auftraten.

 

Genau hierin scheint auch das Hauptrisiko zu liegen, da in den Bereichen mit Gewebeveränderungen die Insulinaufnahme gestört sein kann. Durch eine Injektion in diese Bereiche kommt es so zu Blutzuckerschwankungen und damit zu einer deutlich schlechteren Blutzuckereinstellung.

 

Zwar können sich Lipohypertrophien auch wieder zurückbilden, die Rückbildung ist jedoch oft langwierig und nur durch die konsequente Vermeidung von Injektionen in die betroffenen Regionen möglich.

 

Um das Auftreten von Lipohypertrophien frühzeitig zu erkennen und so das weitere Wachstum zu minimieren, sollten Sie alle Injektionsstellen regelmäßig auf Vorwölbungen sowie auf alle Hautveränderungen, wie beispielsweise gummiartige Schwellungen oder Verhärtungen, kontrollieren.

Quelle 1: Schmeisl G-W, Drobinski E: Koinzidenzen: Injektionsgewohnheiten, Lipohypertrophien, Glukoseschwankungen. Diabetes Stoffw Herz 2009; 18: 251–258