Wie Lipohypertrophien entstehen.

Aufgrund ihrer Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel stellen Lipohypertrophien für Menschen mit Diabetes ein ernstzunehmendes Risiko dar. Doch wie genau entstehen sie eigentlich und was begünstig ihr Auftreten?

 

Die Ursachen für Lipohypertrophien sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird aber vermutet, dass wiederholte Verletzungen der Haut und des subkutanen Fettgewebes in Verbindung mit Insulin die Entstehung von Lipohypertrophien begünstigen. Studien haben gezeigt, dass folgende Faktoren mit dem Auftreten von Lipohypertrophien in Verbindung gebracht werden können: eine lange Dauer der Insulintherapie, ein seltener Nadelwechsel und ein seltener Wechsel der Injektionsstelle.1, 2, 3

 

  • Ursache Lieblingsstelle

Lipohypertrophien finden sich meist nur auf einer Körperseite. Für dieses einseitige Auftreten gibt es eine recht einfache Erklärung: die Anwender injizieren das Insulin regelmäßig in denselben kleinen Körperbereich. Genau an dieser Lieblingsstelle – nämlich dorthin, wo man am besten drankommt – treten dann meist auch Lipohypertrophien auf. Da Injektionen in Lipohypertrophien von den Anwendern als weniger schmerzhaft empfunden werden, wird so die Lieblingsstellen-Problematik noch einmal verstärkt.

 

  • Ursache Wiederverwendung von Pen-Nadeln

Insulinpen-Nadeln sind für den einmaligen Gebrauch vorgesehen. Bereits bei der zweiten Verwendung kann sich die Nadelspitze verbiegen und bei der Injektion kleinste Verletzungen im Gewebe verursachen. Diese minimalen Verletzungen fördern die Freisetzung von bestimmten Wachstumsfaktoren und führen dauerhaft zum Wachstum der Fettzellen und damit zu Lipohypertrophien. Insulin mit seiner wachstumsfördernden Wirkung verstärkt diesen Effekt zudem.

Vermeiden lassen sich Lipohypertrophien also durch eine Injektion im Rotationsschema in Verbindung mit der Einmalverwendung von Insulinpen-Nadeln.

Neue Nadel 
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Gebrauchte Nadel 
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(Quellen)

1 Vardar B, Kizilci S: Incidence of lipohypertrophy in diabetic patients and a study of influencing factors. Diabetes Research and Clinical Practice 2007; 77: 231-236

2 Strauss K, De Gols H, Hannet I, Partanen T-M, Frid A: A Pan-European epidemiologic study of insulin injection technique in patients with diabetes. Pract Diab Int 2002; 19: 71-76

3 Schmeisl G-W, Drobinski E: Koinzidenzen: Injektionsgewohnheiten, Lipohypertrophien, Glukoseschwankungen. Diabetes Stoffw Herz 2009; 18: 251–258