Lipohypertrophie
Zusammenhänge zwischen Injektionsgewohnheiten und Komplikationen (Lipohypertrophien
und Blutzuckerschwankungen)
Eine bei der Jahrestagung der Deutschen
Diabetes-Gesellschaft (DDG) im Mai 2009
vorgestellte Untersuchung1 hat den Zusammenhang zwischen Injektionsgewohnheiten,
Blutzuckerschwankungen und Häufigkeit gutartiger Wucherungen des Unterhautfettgewebes
(Lipohypertrophien) bei der Insulintherapie untersucht.
Ziel war die Erhebung der Injektionsgewohnheiten von 500 insulinpflichtigen Diabetikern,
um mögliche Zusammenhänge zwischen bestimmten Injektionsgewohnheiten und
dem Auftreten von möglichen Komplikationen wie Fettgewebswucherungen (Lipohypertrophien)
und/oder Blutzuckerschwankungen zu untersuchen. Hierbei wurden mittels Patientenfragebogen
die Injektionsgewohnheiten erfasst. Anschließend erfolgte die Bewertung und
Dokumentation der Injektionstechnik sowie der Injektionsstellen durch die zuständige
Diabetesberaterin über einen Beraterfragebogen.
35 % der befragten Menschen mit Diabetes berichteten über Schwellungen, Verdickungen
oder kleine Verhärtungen an den Einstichstellen innerhalb der letzten 12 Monate.
Diese Lipohypertrophien sind vielen als hartnäckiges,
vor allem kosmetisch störendes Problem bekannt.
In der Untersuchung wurde gezeigt, dass bei Patienten mit Lipohypertrophien signifikant
häufiger unerklärliche Blutzuckerschwankungen auftraten. Eine mögliche
Erklärung ist, dass Injektionen in Lipohypertrophien zu unkalkulierbaren Insulinwirkungen
führen, da in diesen Bereichen die Resorption (Aufnahme) des Insulins durch
die Gewebeveränderung gestört sein kann. Daher kann eine Injektion in
diese Bereiche zu Blutzuckerschwankungen und damit zu einer schlechteren Diabetestherapie
führen, die langfristig das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht.
Über die Ursachen für die Entstehung von Lipohypertrophien wird noch diskutiert.
Die aktuelle Untersuchung zeigte jedoch eine Beziehung zwischen dem Vorhandensein
von Lipohypertrophien und der Dauer der Insulintherapie, der Mehrfachnutzung von
Insulinpen-Nadeln und der Verwendung relativ kleiner Injektionsareale am Bauch.
Die vollständige Publikation finden Sie
hier.
1 Schmeisl G-W, Drobinski E: Koinzidenzen zwischen Injektionsgewohnheiten,
Blutzuckerschwankungen und Häufigkeit von Lipohypertrophien bei der Insulintherapie.
Diabetologie & Stoffwechsel 2009; S1: S13